Montag, 24. Oktober 2011 | Gründernews

ZEW-Studie: Anzahl der High-Tech-Gründungen in Deutschland geht wieder zurück

Die Anzahl der High-Tech-Gründungen ist in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr um zwei Prozent gesunken. Das zeigt eine aktuelle Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), die in Zusammenarbeit mit Microsoft Deutschland durchgeführt wurde.

Der durch die Unternehmergesellschaft ausgelöste Wachstumsschub des Vorjahres hat sich nicht fortgesetzt. Mit rund 14.100 jährlichen Neugründungen im High-Tech-Sektor befindet sich die Anzahl der High-Tech-Gründungen weiter deutlich unter dem Niveau der zweiten Hälfte der neunziger Jahre (durchschnittlich zirka 18.500 Neugründungen pro Jahr)

 

Seit Ende 2008 hat im High-Tech-Sektor vor allem die Reform der deutschen GmbH und die dabei eingeführte Rechtsform der Unternehmergesellschaft zu einem deutlichen Anstieg der Anzahl an Gründungen beigetragen. Zudem bewegte die Angst vor Arbeitslosigkeit in der damaligen Krise viele Beschäftigte zum Schritt in die Selbständigkeit zur Sicherung ihres eigenen Lebensunterhalts.  Zwar wird die neue Rechtsform im Jahr 2010 von ebenso vielen Gründern benutzt wie im Vorjahr, für eine weitere Steigerung der Gründungstätigkeit reichte dieser Anschub jedoch nicht – im Gegenteil, die Gründungstätigkeit folgte ihrem langfristigen Trend und ist erneut  zurückgegangen (-2%).

 

Software-Branche wächst dynamisch

Unter den einzelnen Bereichen der High-Tech-Branche entwickelt sich insbesondere der Software-Sektor positiv (+2%) und hebt sich deutlich von den IT-Dienstleistungen ab (-4%). "Dies liegt vor allem an den Entwicklungspotenzialen, die neue Technologien und Services dem Software-Sektor bieten", so Ralph Haupter, Vorsitzender der Geschäftsführung von Microsoft Deutschland, dessen Unternehmen sich seit 2005 mit den Start-up-Förderprogrammen "unternimm was." und BizSpark in der High-Tech-Branche in Deutschland engagiert.

 

Im Industriebereich war lediglich in der hochwertigen Technik, z.B. der Medizin- und Fahrzeugtechnik, eine leichte Aufwärtsentwicklung zu verzeichnen (+1,3%).  Verglichen mit Branchen der Spitzentechnologie wie Biotechnologie, in denen High-Tech-Start-ups meist nur mit enormen Anfangsinvestitionen Fuß fassen können, ist im Software-Sektor der Markteintritt einfach.  Die Gründungstätigkeit in der Spitzentechnik ging im Jahr 2010 um 3,5% zurück. Dies unterstreicht, dass zur Stimulierung solcher Neugründungen im High-Tech-Sektor eine zusätzliche Stimulierung durch staatliche Maßnahmen angebracht wäre.

 

Cloud Computing als Chance

Start-ups des High-Tech-Sektors haben eine besondere Impulswirkung für die Gesamtwirtschaft. Unternehmensgründer aus der High-Tech-Industrie beschäftigen laut ZEW in den ersten fünf Jahren der Geschäftstätigkeit im Durchschnitt doppelt so viele Mitarbeiter wie Gründer aus anderen Industriebranchen. „Es ist wichtig, High-Tech-Start-ups in Deutschland besonders zu fördern. Neben der finanziellen Förderung durch VC-Geber und Business Angels ist es unerlässlich, auch technologisch die nötigen Rahmenbedingungen für Start-ups zu verbessern: Cloud Computingbietet IT-Unternehmen und Start-ups eine große Chance, um schnell von der Investitions- in die Gewinnzone zu wechseln. Nicht nur die eigenen Vorteile für Gründer in Bezug auf Kosteneinsparungen und Effizienz, sondern auch das Bereitstellen von Services in der Cloud für den Endkunden eröffnen Unternehmen heute neue Märkte. Die Cloud kann Start-ups erfolgreich machen“, so Haupter.

 

Quelle: www.zew.de