Montag, 21. Juli 2014 | News | Blog, Mitgliedernews, Gründernews

Amerikanische Investoren wollen mehr als nur die Idee

Am 17. Juli luden der aiti-Park und kit e.V. zur VC-Lounge ein. Zahlreiche Unternehmer folgten der Einladung und informierten sich über die Denk- und Vorgehensweise amerikanischer Investoren bei der Suche nach neuen Investments. Gastredner David Stastny, Managing Director und Gründer von Centaur Partners LLC, sprach aus seiner langjährigen Erfahrung als Fondsmanager.

VC-Lounge im aiti-Park (Foto: aiti-Park)

VC-Lounge im aiti-Park (Foto: aiti-Park)

Die Ansprache von Finanzinvestoren sei es im Venture Capital-Bereich, bei Business Angels oder für M&A gestaltet sich oft sehr aufwendig. Ist ein Investor identifiziert, fallen für diesen viele Punkte ins Gewicht, bevor er eine Entscheidung trifft: angefangen von der branchenmäßigen Ausrichtung über die Entwicklungsphase des Unternehmens, die Höhe des Kapitalbedarfs und so weiter. Kommen dann noch kulturelle Unterschiede zwischen Investor und kapitalsuchendem Unternehmen hinzu werden die Hürden nicht geringer.

Wissen, wo die Schwachpunkte liegen
David Stastny, Managing Director und Gründer von Centaur Partners, LLC. sprach in der VC-Lounge des aiti-Parks bei einem kleinen Frühstück in ungezwungener Atmosphäre über die Gepflogenheiten amerikanischer Investoren. Aus seiner langjährigen Erfahrung als Fondsmanager gab er den Teilnehmern Hinweise, welche Hausaufgaben von Unternehmen zu erledigen sind, bevor sie an einen amerikanischen Investor herantreten und womit sie bei Verhandlungen rechnen müssen. Immerhin die Hälfte der Investoren ziehen sich noch während der Due-Dilligence-Phase zurück. 85% der abgeschlossenen Deals enden mit einem geringeren Kaufpreis als im Termsheet, so David Stastny in seinen Ausführungen. Wichtig ist daher, stets auch selbst mit den Augen eines Externen auf das eigene Unternehmen blicken; ermitteln, wo Schwachpunkte liegen und diese beseitigen.

Tech-Companies werden gekauft – nicht verkauft

Beim Gespräch mit Investoren gibt es aus Stastnys Sicht viele Punkte, auf die Kapitalsuchende gut vorbereitet sein müssen und Stolperfallen sind ausreichend vorhanden: Mögliche Gerichtsverfahren, Schwachstellen in der Bilanzierung können sich negativ auswirken. Wichtig ist es, die Know-How-Träger zu kennen und entsprechend zu behandeln. Verhandlungen geraten ins Stocken oder scheitern, wenn Unklarheiten über Rechte am geistigen Eigentum bestehen. Drohende Gerichtsverfahren und ungeklärte Ansprüche müssen am Ende teuer bezahlt werden. Stastny nennt sie auch „Die 7 Todsünden“. Seine Aussage „Tech-Companies werden gekauft – nicht verkauft“, sollten sich Kapitalsuchende zu Herzen nehmen und gewappnet sein, wenn sie mit amerikanischen Investoren in Verhandlungen treten.

"Wer immer noch glaubte, eine Idee allein reiche, um die Welt zu erobern, wurde bei der VC-Lounge auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. In seinem sympathischen, aber sachlichen Vortrag erklärte David Stastny, dass institutionelle Anleger aus Amerika vor allem auf klassische Werte blicken - geregelte Finanzen, einen wiederholbaren Vertriebsprozess, eine Niederlassung in den USA," so das Fazit von Henning Koch, Geschäftsführer der makandra GmbH.

Veranstalter der VC-Lounge waren der aiti-Park im Rahmen der EU-geförderten IT-Offensive Bayerisch-Schwaben, kit e.V. und IMAP M&A Consultants AG.

 

Impressionen von der VC-Lounge in unserer Bildergalerie.

Mehr Details zu den Anforderungen an kapitalsuchende Unternehmen im Video „The 7 deadly sins“ von David Stastny.