Donnerstag, 20. Dezember 2018 | News | Blog, Mitgliedernews, Gründernews

Robin Zug: Digitale Gallier gegen Zugverspätungen

Das deutsch-französische Start-Up aus Augsburg ermöglicht Bahnpendlern, sich bei jeder Zugverspätung online entschädigen zu lassen.

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140.000 Zugausfälle und jeder 5. Zug verspätet – das ist die Bilanz der Deutschen Bahn im vergangenen Jahr. Das kratzt nicht nur an ihrem Ruf, sondern hat sie auch 40 Millionen Euro Entschädigung gekostet – eine Summe, die deutlich höher hätte ausfallen können, geht es nach Robin-Zug.

Oft kennen Fahrgäste ihre Rechte nicht oder der Erstattungsprozess gestaltet sich als mühselig: es müssen zwei Seiten Formular im Papierformat ausgefüllt und entweder am Schalter abgegeben oder per Post versandt werden. Dafür fehlen nach einer Zugverspätung jedoch oft Zeit und Lust. An genau diesem Punkt setzt Robin-Zug an.

 

Mit wenigen Klicks zur Erstattung

Alexandre Jaeg, französischer Luftfahrtingenieur und Bahnpendler, wurde häufig mit diesem Problem konfrontiert. Frustriert, dass keine digitale Lösung von der Bahn angeboten wird, haben er und sein Team in Anlehnung an Robin Hood den Webservice Robin-Zug entwickelt, der die einfache Online-Abwicklung von Erstattungsanträgen anbietet.

Mit Robin-Zug erfährt der Bahnpendler per Smartphone schnell und einfach, welche Rechte ihm bei einer Zugverspätung zustehen. Um eine Erstattung zu bekommen, muss lediglich ein Bild der Zeitfahrkarte und eventueller Belege hochgeladen werden. So erhält man die Liste der erstattungsfähigen Verspätungen auf seiner Strecke bis zu zwei Jahre rückwirkend. Damit wird das sonst umständliche und schwer verständliche Fahrgastrechte-Formular automatisch ausgefüllt und der Bahn übermittelt. Bis zu 25% des Fahrkarten-Abopreises können Zugfahrer so erstattet bekommen.

 

Bundesweit verfügbar & weniger als 1€ pro erfolgreicher Reklamation

Der Service wird bereits seit Ende 2016 in Bayern erprobt: über 22.000 Fahrgastrechtefälle wurden schon erfolgreich abgewickelt. Ab sofort ist Robin-Zug auch bundesweit nutzbar.

Robin-Zug funktioniert anders als beispielsweise Portale für Fluggastrechte, die bis zu 30% der Erstattungssumme abrechnen. Da die Bahn im Gegensatz zu Fluggesellschaften unabhängig von der Ursache einer Verspätung den Reisenden entschädigen muss, reagiert sie in der Regel unkomplizierter auf Reklamationen. Das macht den Einsatz eines Anwalts häufig überflüssig und ermöglicht niedrige Servicegebühren für Robin-Zug: pauschal zwischen 69 und 99 Cent pro erfolgreich abgewickelter Reklamation.

Da Menschen häufiger mit dem Zug als mit dem Flugzeug unterwegs sind, möchte Robin-Zug die Chance nutzen und eine nachhaltige Beziehung mit seinen Nutzern aufbauen. Weitere Dienstleistungen, die das Zugfahren einfacher und effizienter machen, sind bereits in Planung.

 

Zu Robin-Zug

Robin-Zug ist eine Online-Plattform, die den Fahrgästen des deutschen Schienenverkehrs ermöglicht, mit nur wenigen Klicks bei Zugverspätungen eine Erstattung einzufordern. Die Applikation ist momentan als Webseite über www.robin-zug.de und bald als Mobilapplikation verfügbar.